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Eingeschenkt

In Rankweil haben Gasthäuser Tradition. In den geschichtlichen Aufzeichnungen der Marktgemeinde sind rund 37 Gasthäuser vermerkt. Einige alte Traditionsgasthäuser rund um den Liebfrauenberg gewähren den Gästen heute noch Einblicke in längst vergangene Zeiten.

Die Aufzeichnungen zu Rankweils Gasthäusern gehen 200 bis 300 Jahre zurück. Viele davon sind aus dem heutigen Dorfbild verschwunden. Dennoch: einige Gebäude, alte Schilder, Beschriftungen und Geschichten zeugen noch von ihrer Existenz. Aufmerksame Beobachter können bei einem Spaziergang durch das Dorf das ein oder andere Juwel aus der Vergangenheit entdecken. Geblieben sind vor allem Familienbetriebe, die ihr Wissen schon seit Generationen weitergeben.

Der Grund, warum gerade Rankweil eine so hohe Anzahl an Gastronomiebetrieben aufweist, ist die Bedeutung als Wallfahrtsort. Pilger konnten in den Gasthäusern am Fuße des Liebfrauenbergs ihren Durst und Hunger stillen. Auch die früher so bedeutenden Viehmärkte lockten BesucherInnen nach Rankweil. Und nicht zuletzt war die Marktgemeinde ein Knotenpunkt für das Vorderland, die Schweiz, Liechtenstein und die umliegenden Berggemeinden. Noch heute spürt und sieht man in Rankweils Gasthäusern diese Geschichte in den meist noch originalen Gaststuben.

Gasthof Mohren
Der Gasthof Mohren befand sich ursprünglich hinter dem Liebfrauenberg. Dieser brannte jedoch 1905 ab. Der heutige Mohren in der Stiegstraße war eigentlich als Apotheke geplant, doch wurde er kurzerhand zum neuen „Gasthof Mohren“, berichtet Wirt Elmar Herburger, und weist auf die für eine Apotheke typischen runden Türbogen in der Gaststube hin. Inzwischen wurde das Gasthaus von der Familie Herburger mehrmals renoviert und erweitert. Seit jeher war der Mohren für seine gute Küche bekannt und so ist der Mohren-Spieß seit fast 50 Jahren noch unverändert auf der Karte vorhanden. Abschießend erzählt der Mohrenwirt von seiner Mutter, die jeden Morgen „Schnapsbuddel“ auf den Fenstersims gestellt hat. Diese waren für Arbeiter, die zu Fuß den Weg von Fraxern nach Feldkirch zur Firma Ganahl bewältigten und beim Mohren einen Schluck „Gsundheitsschnäpsle“ zu sich nahmen – auf Monatsrechnung natürlich.

Restaurant Fröscha
Walter Herbolzheimer, Inhaber und Wirt des Restaurant Fröscha, ist nicht nur im Gasthaus aufgewachsen, sondern auch im oberen Stock des Gebäudes, im ehemaligen Ballsaal, geboren. Das Gasthaus wurde im Zuge der Errichtung der Vorarlbergbahn im Jahre 1872 erbaut. Er weiß noch genau, dass sich in der Gaststube eine Klingel befand, die vom Fahrdienstleiter bei der Einfahrt des Zuges betätigt wurde, damit die Gäste zahlen konnten um rechtzeitig den Zug zu erreichen.. Im großen Naturkeller wurden neben Schnaps- und Mostfässern auch Weinfässer aus Südtirol gelagert. Jedes Glas Wein wurde frisch für die Gäste im Keller geholt. In der zwar sanierten, aber noch im Originalzustand befindlichen Gaststube, hat man immer noch die Aussicht auf die Bahnhofstraße und der Keller beherbergt auch heute noch eine exquisite Weinauswahl.

Gasthof Taube
Das 340 Jahre alte Gasthaus mit seinem alten Weinkeller, der früher besonders für die Mostlagerung verwendet wurde, liegt an einem geschickten Verkehrsknotenpunkt. Wirtin Rita Bereuther erzählt, dass während der Viehmärkte am Marktplatz das Gasthaus ein beliebter Treffpunkt für Viehhändler und Bauern war. Das Mauerwerk und rustikale Innenleben sind größtenteils noch original oder entsprechend saniert. In der Gaststube steht ein 200 Jahre alter Montafoner-Tisch mit eingelassener Schieferplatte. Es ist ein seltenes Exemplar, dies ist an der untypischen Schublade erkennbar. Noch heute findet dort wöchentlich der Stammtisch bei einer gemütlichen Jassrunde im Gasthof Taube statt.

Rankweiler Hof
„Der Rankweiler Hof war früher das Gasthaus Schwert“, erzählt Inhaber Roland Vith. 1968 nahm sein Vater das Gasthaus in Pacht. Roland führt es heute als Besitzer und pflegt zusammen mit seiner Frau den alten Charakter des Hauses. Er verweist neben den 130 Jahre alten Bäumen im Gastgarten auf die unter Denkmalschutz stehende 200 bis 300 Jahre alte gotische Decke mit eingravierten Sternzeichen in der Gaststube. Und dann zeigt Roland noch das Herzstück in der Gaststube – den originalen Kachelofen, der immer noch verwendet wird. Er ist besonders beliebt im Herbst zur Schlachtpartie, wo noch heute nach hauseigenem Rezept regionale Spezialitäten hergestellt werden.

Gastronomie mit Geschichte
Rankweil hat noch mehr geschichtsträchtige Gasthäuser zu bieten, sei es das Gasthaus Schäfle, das Sternbräu, die kleinste Brauerei Österreichs. Nicht zu vergessen das Gasthaus Sonne und das Hörnlingen. Alle Geschichten und Erinnerungen erfährt man am besten bei den Wirten selbst.

 

Alle Gastronomiebetriebe der Kaufmannschaft Rankweil-Vorderland finden Sie hier.