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Die Mobilität im Wandel der Zeit

Von der Fahrrad-Werkstatt im Stadel eines Bauernhauses zum florierenden, innovativen Autohändler – 60 Jahre Autohaus Malin in Sulz.

Am 12. März 1929 verkündete ein Zeitungsinserat voller Stolz die Geschäftseröffnung von Franz Malin in Sulz. Vor knapp 90 Jahren machte sich der Opa der heutigen Geschäftsführerinnen Linda Wallenta-Malin und Nadja Malin-Potzinger selbstständig und reparierte im Stadel eines alten Bauernhauses Fahrräder sowie Puch-Mopeds und Matchless-Motorräder: „Der große Traum unseres Opa war es, die erste Autowerkstätte im Vorarlberger Vorderland zu eröffnen. Dies war ihm aufgrund seines frühen Todes leider nicht vergönnt, unsere Oma Anna führte in den schwierigen Zeiten die Werkstatt als Witwenbetrieb fort“, erklärt Linda Wallenta-Malin die Anfänge des Familienbetriebes. Der älteste Sohn von Franz Malin, Walter, nahm den Wunsch des Vaters auf und gründete vor 60 Jahren – nach der Ausbildung unter anderem in Mannheim, Deutschland – gerade einmal mit 20 Jahren das Autohaus Malin.

„1957 hatte unsere Familie auch zugleich das erste Auto im Vorderland. Regelmäßig wurde unser Papa gebeten mit seinem Renault hochschwangere Frauen zur Geburt ins Krankenhaus zu fahren, wenn es schnell gehen musste“, weiß die 41-Jährige und führt weiter aus: „Damals gab es genau ein Auto zu kaufen: Der 4CV mit 29 PS und einem 3-Gang-Getriebe. Und bereits im ersten Jahr wurden 18 Neuwagen verkauft“. Ihre Schwester Nadja Malin-Potzinger ergänzt: „In den folgenden Jahren mussten unser Vater und unser Onkel Werner die Autos beim Generalimporteur in Wien abholen und mit einer 12 Stunden langen Rückfahrt über die Landstraßen ins Autohaus überstellen – unvorstellbar heute“.

Frauenpower im Autohaus
Schon in den 1960er und 70er-Jahren setzte das Autohaus Malin auf langjährige, qualifizierte Mitarbeiter. Aufgrund des damaligen Booms musste das Bauernhaus einer modernen Werkstatt inklusive Spenglerei sowie dem Geschäftshaus mit Ausstellungsräumen weichen. Die Schwestern Linda und Nadja wuchsen im elterlichen Betrieb auf und spielten oft zwischen Abbruchautos. „Unser Vater hat das Unternehmen zu dem gemacht, was es heute ist. Mittlerweile verkaufen und reparieren über 50 Mitarbeiter auf über 4.000 Quadratmetern pro Jahr 800 Fahrzeuge und das sowohl von Renault und Dacia als auch Gebrauchtwagen aller Marken. Unsere Angestellten sind alle bestens ausgebildet“, beschreibt die 46-jährige Nadja die aktuelle Situation. Die ursprüngliche Zweiradabteilung mit Fahrrädern, Mopeds und Motorrädern gibt es immer noch, auch wenn sich die fahrbaren Untersätze stark gewandelt haben: E-Bikes sind der letzte Schrei – ganz egal in welcher Ausführung, ob sportlich oder gemütlich.

Die beiden Schwestern sind bereits seit über 15 Jahren an der Unternehmensspitze. Als Frauen in einem männerdominierten Metier, hatten es Linda und Nadja nicht immer leicht: „Wir mussten uns mehrfach beweisen und definitiv mehr tun, um zu zeigen, dass wir was vom Geschäft verstehen. Die Vereinbarkeit von Karriere und Familie war zudem nicht ganz einfach. Das ist eine zusätzliche Herausforderung.“, erzählt Linda Wallenta-Malin. „Wir haben auch zwei weibliche Mechanikerinnen bei uns im Betrieb ausgebildet und leben bei uns Frauenpower, obwohl der Großteil der Angestellten immer noch männlich ist“, bringt Nadja Malin-Potzinger ein. 

Pioniere bei Elektromobilität
Das meist verkaufte Auto ist in 60 Jahren Autohaus Malin übrigens der Renault Clio, der mit dem Elektromobil Zoe mittlerweile intern Konkurrenz bekommen hat. „Die nächste große Aufgabe ist die Umstellung auf Elektromobilität, da sind wir mittendrin und haben bereits fünf ausgewiesene Experten im Unternehmen. Vor allem wenn sich die Reichweiten der Elektroautos weiterhin so positiv entwickeln“.

Der Wunsch für die Zukunft des Autohauses Malin ist es, gesund zu wachsen, weiterhin als Familienbetrieb für die Mitarbeiter da zu sein und als verlässlicher Mobilitätspartner wahrgenommen zu werden. „Vertrauen ist das Um und Auf.“, berichtet Linda. Den nächsten großen Trend – selbstfahrende Kraftfahrzeuge – haben Linda Wallenta-Malin und Nadja Malin-Potzinger schon im Visier. Egal wann die autonomen Autos auf Vorarlbergs Straßen zugelassen werden, das Autohaus Malin in Sulz wird vorne mit dabei sein.